Antik richter&richter
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Prof. Rainer Haaff
"Gründerzeit - Möbel und Wohnkultur"
Rhein-Verlag-Haaff
Prof. Rainer Haaff
"Das süddeutsche Biedermeier",
Rhein-Verlag-Haaff
Jörn Bahns
"Biedermeier-Möbel",
Keyser Verlag
A. Bangert
"Kleinmöbel aus drei Jahrhunderten",
Keyser Verlag
L. Dewiel
"Kleine Antiquitäten" - Sammlerfreuden für jedermann,
Keyser Verlag
A.Seling
"Antiquitäten-Lexikon",
Gondrom Verlag
Checkliste für den Kauf eines Biedermaiermöbels (aus: Ottomeyer/Schlapka Biedermaier Heyne - Verlag)
Ist das Furnierbild ungestört, gleichartig, ausdrucksstark und achsensymmetrisch angeordnet?
Vorsicht: Es sollten keine starken Schwundrisse im Holz, keine Ausbleichungen durch Sonne oder Ausflickungen mit einem
anderen Holz zu erkennen sein.
Wurden alte Beschläge abgenommen und neue angebracht?
Vorsicht: Dies lässt sich an den dunkleren Konturen alter Beschläge, an den Spuren von Nagellöchern und an offenen
Durchbohrungen auf der Rückseite von Schubladen feststellen.
Stimmt die Furnierstärke und entspricht sie alten Sägefurnieren (2 - 4 mm)?
Vorsicht: Durch Abziehen oder Schleifen können auch starke Originalfurniere an bestimmten Stellen dünn werden.
Sind besonders auffällige und häufig benutzte Teile erneuert?
Vorsicht: Schlagleisten von Doppeltüren, Möbelfüsse, Aufsätze, Knäufe oder Griffe werden oftmals entfernt und
ausgewechselt.
Wurde das Möbel verkürzt?
Vorsicht: Achten Sie darauf, dass die Proportionen stimmen. Die sehr hohen Tische, Stühle und Beistellmöbel werden vielfach
an den Fussenden oder unter der Platte verkürzt, um sie niedrigeren Sitzbräuchen anzupassen. Die gebräuchliche Höhe bei
Tischen - auch bei kleinen - beträgt circa 77 cm, bei Stühlen und Sofas etwa 47 cm Polsterhöhe.
Sind die mechanischen Teile im Original erhalten?
Vorsicht: Häufig werden handgearbeitete Riegel, Bänder, Federn, Schlösser und Schlüssel ausgewechselt und durch
moderne Industrieprodukte ersetzt.
Ist die Konstruktion noch stabil?
Vorsicht: Solche Schwächen können in der Regel durch eine behutsame, fachgerechte Restaurierung völlig behoben werden.
Leim altert, daher ist es normal, Verleimungen zu erneuern.
Muss das Möbel restauriert werden?
Vorsicht: Originale Gebrauchsspuren und eine gewisse Patina sind Zeichen der Echtheit und des Alters, die man nicht
beseitigen darf. Wird ein Möbel wieder einer praktischen Nutzung und Verwendung zugeführt, so muss man einen
Kompromiss zwischen Erhalten und praxisorientierter Benutzbarkeit eingehen. Die erste Regel dabei muss sein, möglichst
viel Originalsubstanz zu erhalten. Lieber etwas weniger als zu viel tun!
Es gibt viele Möbel, die durch eine einschneidende, rücksichtslose Restaurierung stark entwertet wurden. Bei einer
Restaurierung durch einen Fachrestaurator soll das Möbel nicht >wie neu< überarbeitet, sondern vorrangig weiter
aufbrechende Schäden behoben, Fehlstellen behutsam ergänzt und die Oberfläche vorsichtig gesäubert und regeneriert
werden: Nichts ist kostbarer, als eine originale Oberfläche! Hier ist anzumerken, dass nicht restaurierte Möbel mit original
erhaltener Politur selten zu erwerben sind.
Die fundamentale Voraussetzung für die Erhaltung der Möbel ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 55% im Raum. Bei unter
40% sowie in der Nähe eines Heizkörpers ist ein altes Möbel akut gefährdet und ein Trocknungsschaden unvermeidlich. Das
schädlichste Heizsystem für solche Möbel ist eine Fussbodenheizung. Direktes, starkes Sonnenlicht verursacht bleibende
Ausbleichungen, die nie mehr behoben werden können.