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K L E I N E S T I L - und M Ö B E L K U N D E
H a u p t s t i l r i c h t u n g e n :
ROMANIK 800-1200 (1000 - 1250)
Römisches Reich; Deutsche Nation, Minnesänger . . .
Erster germanischer Stil, beeinflußt durch römische und byzantinische Vorbilder, sowie durch christlich-religiöses
Denken. Sehr wenige Möbel aus dieser Zeit sind erhalten geblieben.
Möblierung bestand vorwiegend aus: Schemeln, Bänken, Tische, Betten und Truhen; für den kirchlichen Gebrauch
einfache Schränke. Drechsler und Zimmerer waren die Handwerker, Tischler gab es noch nicht.
Möbel: schwer und massig, Holzverbindung kannte man kaum; Hölzer wurden stumpf aneinander gelegt und
durch aufgenagelte Eisenbänder zusammengehalten. Erst in spätromanischer Zeit wurden Zapfenverbindungen
entwickelt. Roh behauene Bretter und Bohlen wurden mit dem Beil aus Rundstämmen gehauen;
Holzarten je nach örtlicher Lage (Nordeuropa: Eiche; Südeuropa: Weichholz; Italien, Südfrankreich, Spanien:
Nussbaum)
Zierwerk: kunstvoll geschmiedete Eisenbänder (Ornamente und Figuren). oder Flach- und Kerbschnitzereien.
Auch Farbe wurde verwendet; manchmal Überzug mit gefärbten Tierhäuten.
Gegen Ende der Epoche zeigten die Möbel eine feinere Gliederung und zierliche Schnitzereien, dadurch wirkten
sie leichter und gefälliger.
Bauwerke: Fenster/Türen niedrig mit Rundbogen, klare Gliederung durch Säulen; Säulen dick, gedrungen;
einfache Würfel- oder Figurenkapitelle aus der Pflanzen- oder Tierwelt. Großflächige, massive Gestaltung mit
runden Türmen.
GOTIK 1200-1500 (1250 - 1500)
Zeit der Städtegründungen, Aufblühen von Handel und Handwerk; Stilwandel beeinflusst durch tiefreligiöses
Denken, durch gewissen Wohlstand (aufkommendes reiches Bürgertum) und Gemeinschaftssinn der Städte.
Zahlreiche Möbel, bildliche und schriftliche Überlieferungen geben ein genaues Bild der Einrichtungsgegenstände.
Möblierung wurde ergänzt durch Lese- und Schreibpulte, Wand-, Kipp - und Schreibtische, Betstühle und vor
allem Schränke.
Handwerkszeuge standen in einfacher Form zur Verfügung. 1100 wurde Tischler ein Handwerksberuf und gehörte
zu den Zünften; 1300 Erfindung der Sägemühle, d.h. es konnten erstmalig Bretter gesägt werden. Verwendung
einheimischer Holzarten. Entwicklung der verschiedenen Holzverbindungen, die bis heute ihre Gültigkeit bewahren:
Zinken, Schlitzen, Graten, Nuten usw.
Möbel: starke Betonung der Senkrechten; charakteristisch: Spitzbogen, Masswerke, sowie Ornamente aus Flach-
und Kerbschnitzereien. Besonders typisch das FaItwerk und das X-Omament in den Füllungsflächen.
Häufig stark polierter Gesimsstab. Merkmal des gotischen Wohnraums Ist die Vertäfelung der Wand und Decke in
verschiedenen Arten (profilierte Leisten, gewölbte, farbige Profile).
Bauwerke: Hohe Fenster, Spitzbogen, fein gegliedertes Masswerk, reich profiliert. Säulen hoch, schlank, Kapitelle
mit vereinfachten Blüten-/Blattwerk. Feingliedrige Gestaltung, die Senkrechte stark betonend.
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